Über mich

Hey, ich bin Golan.
Ich zeichne eigentlich, solange ich denken kann. In der Schule waren meine Hefte wahrscheinlich eher voller Zeichnungen als mit gelösten Aufgaben oder Schulnotizen gefüllt – und irgendwann auch die Arme meiner Mitschüler, die ich mit Filzstiften „tätowieren“ durfte.
Als 90er-Kind bin ich stark mit der Ästhetik der 90er und 2000er aufgewachsen. Hip-Hop, Graffiti und Urban Culture haben mich früh geprägt. Besonders fasziniert hat mich schon damals, wie etwas so Rohes, Freches und Auffälliges gleichzeitig mit Kunst und einem extrem hohen Detailgrad verbunden werden kann.
Dass Tätowieren einmal mein Beruf werden würde, wusste ich damals allerdings noch nicht.
Der Einstieg war eher… ungeplant.
Zum Tätowieren kam ich tatsächlich durch einen ziemlich absurden Zufall.
Der Vater meiner damaligen Freundin – und heutigen Frau – hatte sich online eine günstige Tattoomaschine bestellt und beschlossen, sich selbst das Bein zu tätowieren – ohne Erfahrung im Tätowieren und praktisch ohne Ahnung vom Zeichnen.
Als wir dazukamen, war das Ergebnis entsprechend abenteuerlich.
Meine Freundin erwähnte, dass ich gut zeichnen könne, und plötzlich sollte ich das Ding retten. Ich hatte genauso wenig Ahnung vom Tätowieren und wollte zuerst überhaupt nicht. Am Ende nahm ich die Maschine trotzdem in die Hand.
An diesem Abend tätowierte ich nicht nur ihn, sondern irgendwie auch noch die anderen, die dabei waren – und mich selbst.
Perfekt waren diese Tattoos definitiv nicht. Aber etwas anderes war passiert: Ich wollte wissen, wie man es richtig macht.
Und damit fing alles an.
Aus vielen Einflüssen wurde meine eigene Handschrift.
Seitdem habe ich in unterschiedlichsten Studios gearbeitet und von Artists aus verschiedensten Teilen der Welt gelernt – alle mit ihren eigenen Arbeitsweisen und Stärken.
Dabei wollte ich nie einfach die Arbeitsweise eines einzelnen Artists kopieren. Ich habe versucht, von jedem das mitzunehmen, was mich an seiner Arbeit besonders beeindruckt hat: Technik, Gestaltung, Detail, Komposition und Arbeitsweise.
Mit der Zeit ist daraus mein eigener Mix entstanden.
Heute liegt mein Fokus vor allem auf Black & Grey, starkem Ausdruck, einem hohen Detailgrad und Tattoos mit einem natürlichen Flow.
Frech im Ausdruck. Weich im Kern.
Vielleicht beschreibt dieser Gegensatz mich und meine Arbeit am besten.
Ich liebe die rohe, freche und manchmal fast etwas „ghetto“ wirkende Ästhetik, die mich schon als Jugendlicher begeistert hat. Gleichzeitig bin ich im Kern ziemlich weich und interessiere mich für Menschen und ihre Geschichten wahrscheinlich mehr als für fast alles andere.
Schon als Kind haben mich technische Dinge wenig interessiert. Von meinem Grossvater wollte ich viel lieber Geschichten hören: woher er kam, was er erlebt hatte und wie das Leben früher war.
Das ist bis heute geblieben.
Deshalb mag ich Tattoos mit Bedeutung genauso sehr wie Tattoos, die einfach brutal gut aussehen.
Und für mich muss das kein Gegensatz sein.
Eine Geschichte darf sentimental sein und trotzdem frech aussehen. Ein Tattoo darf Bedeutung haben und trotzdem herausstechen. Und vor allem: Es darf verdammt geil aussehen.
Genau diese beiden Welten möchte ich bei Ink Flow zusammenbringen.